FRIEDENSDORF INTERNATIONAL

Seit März unterstützen wir das Friedensdorf International durch Sachspenden, Kleidersammlungen und diverse Aktionen. Gerne möchten wir euch die Organisation, die sich für Kinder aus weltweiten Kriegs- und Krisengebieten einsetzt, vorstellen.

 

MABYEN im Friedensdorf  International

 

Claudia Peppmüller ist seit 1995 beim Friedensdorf tätig. Mit ihr haben wir uns über die Kinder, die Hilfe und ihre tägliche Arbeit unterhalten.

 

Hallo liebe Claudia, schön, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Was genau macht das Friedensdorf?
Hallo, Ihr Lieben, bis eben war ich noch im Gespräch. Bei uns ist immer viel los... Das Friedensdorf setzt sich seit 1967 für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten ein. Aktuell chartern wir vier Mal im Jahr ein Flugzeug und holen damit schwer verletzte Kinder aus Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan, Angola und weiteren Nationen, in denen Kriege oder dramatische Lebensumstände herrschen, nach Deutschland.

 

Was genau passiert mit den Kindern in Deutschland?
Nun ja, man muss sich vorstellen, viele der Kinder haben niemals zuvor ihr Dorf verlassen. Sie kommen hier schwer verletzt an. Zum ersten Mal in ihrem Leben sind sie ohne ihre Familie in einem fremden Land. Unsere einzigen Kommunikationsmittel in den ersten Tagen sind ein paar Handzeichen für Essen, Schlafen oder Pipi. Was alle diese Kinder vereint, ist ihr Schicksal: Sie haben eine schwere Krankheit oder Verletzung, die in ihrem Heimatland nicht behandelt werden kann. Somit finden sie hier oftmals ihre letzte Rettung.

 

Sind das vor allem Kriegsverletzungen?
Es können Kriegsverletzungen sein. Es können aber auch die Folgen tragischer Unfälle sein, bedingt durch die Lebensumstände vor Ort. Gasexplosionen oder schwere Verbrennungen durch Öfen kommen sehr häufig vor. Außerdem haben wir viele Kinder mit Knochenentzündungen oder angeborenen Krankheiten.

 

Wie wird den Kindern medizinisch geholfen?
Deutschlandweit haben wir etwa 170 kooperierende Krankenhäuser, die Kinder aufnehmen und operieren. Die Anzahl dieser Freibetten ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Außerdem können die Kinder meist nur für kurze Zeit in den Krankenhäusern verweilen. Im Anschluss kommen sie dann zu uns ins Friedensdorf. Hier bieten wir eine Nachsorge und Reha für die Kinder an. Sie bleiben im Durchschnitt für sechs Monate. Danach dürfen sie wieder in ihre Heimat und zu ihren Familien zurück.

  

Unsere Aktion beim Friedensdorf Sommerfest

Wenn die Kinder nach sechs Monaten wieder in ihr Zuhause nach Afghanistan, Usbekistan oder Angola zurückkehren, können sie kaum etwas mitnehmen. Auf dem Sommerfest des Friedensdorfes haben wir uns daher die Bilderrahmenaktion ausgedacht: Dabei konnten sich die Kinder an einer Fotobox fotografieren lassen und sich dann an unserem Stand mit Perlen, Farben und Klammern bunte Bilderrahmen basteln. So können sie eine kleine Erinnerung an ihre Zeit hier in Deutschland mitnehmen.

 

MABYEN MARIE UND MANU FRIEDENSDORF

 

Die Arbeit im Friedensdorf ist bestimmt nicht einfach. Was motiviert dich?
Na, ich liebe die Kinder des Friedensdorfes. Mich fasziniert, dass diese Kinder uns trotz ihres Schicksals jeden Tag zeigen, wie wertvoll und schön das Leben ist. Ich bewundere ihre Offenheit und die Begabung, sich stundenlang mit etwas zu beschäftigen – auch wenn es nur ein paar Murmeln sind. Viele der Kinder schließen hier Freundschaften, auch aus verfeindeten Regionen. Die sechs Monate hier machen etwas mit ihnen. Viele wollen danach auch helfen. Manche ergreifen helfende Berufe und werden sogar Arzt, wenn es ihnen möglich ist.

 

Gibt es eine Philosophie für euch?
Nicht wegschauen, sondern helfen. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten. Besonders die Kinder brauchen unsere Hilfe, denn sie können überhaupt nichts für die weltweiten Missstände. Jedes einzelne Kind in der Welt zählt.

 

Wie kann man das Friedensdorf unterstützen?
Zum einen natürlich durch Geldspenden, das ist extrem wichtig. Außerdem brauchen wir immer Kleiderspenden für die Kinder. Und ganz wichtig sind die Freibetten in den Kliniken und Krankenhäusern – ohne die geht es überhaupt nicht.

 

Danke, liebe Claudia, für euren Einsatz und die heldenhafte Arbeit, die ihr für die Kinder leistet.

  

Friedensdorf MABYEN

 

Wer von euch helfen möchte, hier erhaltet ihr alle Informationen. Außerdem findet am 14. September ein „Tag der offenen Tür“ im Friedendorf in Oberhausen statt. Hingehen lohnt sich!

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