WEHENSCHMERZ: DESHALB IST ER GUT FÜR DAS BABY BONDING

Eine Schwangerschaft ist wohl für jede Frau eine ganz besondere Zeit und mit jeder spürbaren Bewegung von deinem Baby wächst die Vorfreude, deinen Schatz endlich in den Armen zu halten. Wenn der Geburtstermin näher rückt, wächst bei manchen werdenden Mamas auch die Angst vor der Entbindung und dem Wehenschmerz. In unserem Artikel Angst vor der Geburt haben wir uns bereits mit den Sorgen werdender Mamas und dem Thema Geburtsvorbereitung beschäftigt. Darin findest du auch wertvolle Tipps, wie du der Geburt gelassener entgegenblicken kannst. In diesem Artikel wollen wir das Thema Wehen beleuchten und erklären dir, wieso Wehen sinnvoll sind, welche Wehenarten es gibt, was sie bewirken und wieso man keine Angst vor ihnen haben muss.

 

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Es ist nur allzu verständlich, dass du Angst vor Schmerzen oder der Geburt an sich hast. Oft hört man schlimme Geschichten aus dem Kreißsaal und Berichte über unerträgliche Schmerzen. Vor allem wenn du selbst vor deiner ersten Geburt stehst, ist es gar nicht so einfach, diese Stories zu überhören oder gelassen mit den bevorstehenden, “schlimmen” Schmerzen umzugehen. Wenn du Angst vor Geburtsschmerzen hast, teile sie zunächst mit deiner Hebamme oder im Geburtsvorbereitungskurs – du bist sicher nicht die einzige Schwangere, die sich darüber Gedanken macht. Mache dir auch bewusst – vielleicht hilft dir das Gespräch mit der Hebamme –, dass Wehen eine ganz natürliche Funktion haben und sinnvoll statt einschüchternd sind. Versuche dich also von den negativen Erfahrungsberichten loszulösen und stattdessen den Sinn hinter den Wehen zu sehen:


Während der Geburt wird sehr viel Oxytocin und Beta-Endorphin ausgeschüttet. Stoffe, die der Mutter beim Annehmen und Aushalten der Schmerzen helfen und direkt nach der Geburt sehr wichtig für das Bonding sind. Der Wehenschmerz hilft dir außerdem dabei, herauszufinden, welche Position gerade am besten für dich und dein Baby ist. Vielleicht hast du im Geburtsvorbereitungskurs schon die verschiedenen Positionen für die Geburt kennengelernt. Wenn es dann soweit ist, kannst du zusammen mit der Hebamme herausfinden, welche Stellung gut für dich funktioniert. Du siehst, es gibt ganz verschiedene Funktionen von Wehen und den Wehenschmerzen.


Körpereigene Stoffe für Bindung und Schmerzlinderung


Das Schmerzmittel des Körpers: Beta-Endorphin

Während der Geburt werden vermehrt Hormone und Endorphine ausgeschüttet – auch dabei hat sich die Natur etwas gedacht. Das Beta-Endorphin wirkt wie ein Opiat, also stark schmerzlindernd und kann eine Art Rausch auslösen. Zusammen mit dem Oxytocin fokussierst du dich während der letzten Geburtsphase nur auf die Geburt – manche Frauen können sich nachher kaum noch an diese Situation erinnern, weil sie alles um sich herum vergessen haben. Beta-Endorphin – Endorphine kennen wir auch als Glückshormone – ist nicht nur eine natürliche Schmerzlinderung, sondern wirkt auch euphorisierend und bindungsfördernd. 


Hormone für die Bindung

Oxytocin kennst du vielleicht schon als Kuschelhormon – es bringt uns anderen Menschen näher und wird bei liebevollem Körperkontakt ausgeschüttet. Für Eltern und das Baby ist es besonders wichtig für eine gesunde und starke Bindung, denn das Oxytocin wird sowohl bei deinem Schatz als auch in euren Körpern ausgeschüttet und bewirkt, dass ihr gar nicht genug voneinander bekommen könnt – man kann sich das wie eine schöne Abhängigkeit vorstellen. 


PDA – ja oder nein?

Auch wenn sich die Natur ein paar Tricks ausgedacht hat, um den Schmerz bzw. dessen Wahrnehmung zu verringern, geht eine Geburt natürlich nicht gänzlich schmerzfrei vonstatten. Eine PDA (kurz für Periduralanästhesie) klingt da nach einer tollen Lösung. Allerdings solltest du bedenken, dass dadurch die Ausschüttung von Endorphinen und Oxytocin unterdrückt werden – Stoffe, die für das Bonding sehr wichtig sind. So kann sich die Gabe von Schmerzmittel also auch auf das Bonding mit deinem Baby auswirken. Das heißt aber nicht, dass du unter allen Umständen auf eine PDA verzichten solltest oder die Bindung zu deinem Kind gefährdest. Es gibt viele Situationen und Geburten, in denen eine PDA wichtig oder sogar die einzige Möglichkeit ist – du bist deswegen keine schlechte Mutter und sollst keinesfalls ein schlechtes Gewissen haben. Denn ein starkes Bonding ist auch in der Zeit nach der Geburt mit vielen liebevollen Kuscheleinheiten möglich. 


Damit du noch besser verstehst, welche Wehen es eigentlich gibt, wann sie auftreten und was sie bewirken, haben wir dir hier ein paar der Wehenarten zusammengetragen.


Was ist eine Wehe?

Generell sind Wehen erst einmal Muskelkontraktionen der Gebärmutter und treten während der Schwangerschaft und zur Geburt auf, bereits ab der 25. SSW können Übungswehen auftreten. Durch das rhythmische Zusammenziehen der Muskeln können sich die Kontraktionen krampfartig anfühlen. Da es allerdings verschiedene Arten von Wehen gibt, können sie sich auch unterschiedlich anfühlen. 

Wann genau die Wehen auftreten, lässt sich nicht genau sagen – jede Schwangerschaft ist individuell. Es gibt Babys, die es eilig haben, auf die Welt zu kommen und andere, die sich gemütlich Zeit lassen und noch etwas in Mamas Bauch bleiben möchten. Mit wehenfördernden Hausmitteln kannst du deinen Schatz und deinen Körper unterstützen und auf ganz natürliche Weise die Wehen fördern. Unser Himbeerblättertee ist ein toller Begleiter ab der 37. Schwangerschaftswoche und kann wehenfördernd wirken. Im Tee sind ausschließlich hochwertige Himbeerblätter in Bio-Qualität enthalten – eine tolle Möglichkeit, deinen Körper zu unterstützen und bei einer Tasse Tee zur Ruhe zu kommen.


Welche Wehenarten gibt es? 

Übungswehen

Bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche können die ersten Wehen, die sogenannten Übungswehen, auftreten, die deinen Körper schon mal auf die Endphase der Schwangerschaft vorbereiten, die für die Geburt nötigen Muskeln trainieren und Plazenta und Baby besser durchbluten. Übungswehen haben keinen Einfluss auf den Muttermund und können die Geburt nicht auslösen. Außerdem sind sie selten schmerzhaft, du kannst sie an einem Ziehen oder Spannungsgefühl im Bauch erkennen – manche Frauen bemerken sie gar nicht. Später ziehen sich immer größere Teile der Gebärmutter zusammen und auch die Kontraktionen treten öfter auf – das sind die sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen. 


Senkwehen

Die Senkwehen oder Vorwehen treten etwa ab der 36. Schwangerschaftswoche auf und bewirken, dass sich der Kopf deines Babys tiefer in dein Becken schiebt. Die Wehen bewirken also, dass sich dein Kind allmählich in die richtige Position für die Geburt bewegt. Ganz schön ausgeklügelt. Weil sich dein Bauch nach unten senkt, bekommst du wahrscheinlich besser Luft. Nicht jede Frau spürt die Vorwehen gleich, manche Frauen spüren sie durch ein Ziehen im Rücken oder allgemeines Unwohlsein, andere Frauen wiederum spüren sie gar nicht. Da Vorwehen sehr individuell sind und auch davon abhängen, ob du dein erstes Kind bekommst oder zuvor schon entbunden hast, kann man nicht ganz genau sagen, wann und ob Senkwehen auftreten. Bei einigen Frauen treten Vorwehen erst kurz vor der Geburt auf, bei anderen wiederum gar nicht – das ist für die Geburt aber kein Problem. 


Eröffnungswehen 

Etwa 10 bis 12 Stunden vor der Geburt – auch hier hängt es davon ab, ob du bereits ein Kind zur Welt gebracht hast – treten die Eröffnungswehen auf, die zu den Geburtswehen zählen. Im Abstand von etwa 10 bis 15 Minuten treten diese Art der Geburtswehen auf und bewirken, dass sich der Muttermund immer weiter öffnet. Spürst du die Eröffnungswehen kannst du dich schon mal auf die Geburt freuen – nicht mehr lange und du kannst deinen Schatz endlich in den Armen halten. Nimm die Wehen an und sieh sie als Helferlein für deinen Körper. Es steht ein großer Kraftakt bevor, eine der wundervollsten Aufgaben, die ein Körper leisten kann. Die Natur hat sich sinnvollerweise diese Vorgänge ausgedacht, um dich bei der Geburt zu unterstützen und Schmerzen zu lindern. Mit Atem- und Entspannungsübungen kannst du dich den Wehen hingeben und sie als wichtigen Teil der Geburt akzeptieren. Sie leisten mit dir zusammen die Vorbereitung für die Geburt deines Schatzes. 


Übergangswehen 

Als Teil der Geburt treten die intensiven Übergangswehen auf, die dein Baby noch tiefer ins Becken rutschen lassen. Zwar ist der Muttermund schon geöffnet, aber dein Baby muss noch etwas tiefer liegen. Die Übergangswehen sind deutlich schmerzhafter als die Wehen zuvor, allerdings wird nun jede Menge Oxytocin ausgeschüttet, das dir unglaubliche Kräfte verleiht. Du vergisst alles um dich herum und wächst nun über dich hinaus – so bist du bereit für den Endspurt der Geburt. Eventuell hast du sehr bald das Gefühl, es tut sich nichts mehr und es ginge nicht weiter. Das ist ein Anzeichen dafür, dass die Übergangswehen bald von den Presswehen abgelöst werden. So wird die finale Phase – die sogenannte Austreibungsphase – eingeläutet. Das bedeutet, dass dein kleiner Schatz bald auf der Welt ist.

Presswehen 

Die Presswehen leiten die letzte Phase vor der Entbindung ein. Ab jetzt spürst du durch den Druck deines Babys im Becken wahrscheinlich den Drang, pressen zu müssen. Die Frequenz dieser Geburtswehen nimmt immer weiter zu, die Dauer kann variieren. Wenn deine erste Geburt bevorsteht, können die Presswehen insgesamt bis zu 3 Stunden dauern, bevor du deinen Schatz auf die Welt bringst. Hast du hingegen schon mal gebärt, dann kann diese Phase auch kürzer sein – sogar nur zwischen 30 und 60 Minuten.

Wehen und Wehenschmerzen sind also sehr sinnvoll und ausgeklügelt. All die komplexen Prozesse im Körper können Schmerzen lindern und tragen zur Bindung zu deinem Schatz bei. Jede Wehe bringt dich deinem Kind ein Stückchen näher und ist ein Teil der großen Aufgabe, die du imstande bist zu leisten. Wir wünschen dir von Herzen eine wunderschöne Geburt und eine magische Zeit mit deinem Baby. Nach der Geburt ist Zeit für euch und euer Bonding, die Eltern-Kind-Bindung, erst einmal das Wichtigste.

 

Alles zum Thema Bonding erfährst du auch hier beim 1x1 des Baby Bondings: Was ist es, wann beginnt es und wie funktioniert es?

 

Das Stillen fördert auch euer Bonding. Alles zum Stillen liest du hier: Baby richtig stillen: Wie am besten, wie oft und wie lange?

 

Wenn du nicht stillen kannst oder möchtest, ist dieser Artikel für dich: Baby Bonding: Liebevoll Fläschchen geben

 

Hier erfährst du interessante Infos über den Geruchssinn deines Babys und warum er wichtig für euer Baby Bonding ist: Baby Bonding: So wichtig ist der Geruchssinn deines Babys

 

Tipps zum Bonding im Alltag liest du hier: Baby Bonding: Bonding beim Wickeln.

 

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