SCHWANGERSCHAFT UND MUTTERSEIN ALS HEBAMME: ANNAS ERFAHRUNGEN


Happy Birthday, liebe Anna! Anlässlich zu Annas 40. Geburtstag haben wir von MABYEN mit unserer Hebamme Anna über ein sehr privates und sensibles Thema gesprochen: Wie wirkt sich der Beruf als Hebamme auf das Mama sein aus? Hebamme zu sein, ist nicht nur ein schöner Beruf, auch als Schwangere eine passende Hebamme zu finden, kann einen vor besondere Herausforderungen stellen - das kennen viele werdende Mamas. Hebammen geben schon während der Schwangerschaft wichtige Tipps, sie sind gegebenfalls auch während deiner Geburt im Krankenhaus zur Stelle (je nach Absprache), übernehmen nach der Geburt die Nachsorge im Wochenbett und können dir hier natürlich auch wieder Ratschläge im Umgang mit deinem Neugeborenen geben. Deine Hebamme kann dir auch zeigen, wie du dein Baby anlegen und stillen kannst. Hebammen sind ein während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett eine superwichtige und notwendige Begleitung, deshalb ist die Frage um so interessanter, wie Anna all dies empfunden hat. Wie hat sich ihre Schwangerschaft auf die berufliche Wahrnehmung anderer Schwangerer ausgewirkt? Wie lief ihre Vorsorge während der Schwangerschaft ab? Konnte sie die Schwangerschaft und die Geburt gut meistern und wie hat sie die erste Zeit im Wochenbett mit Kind empfunden?
 
Alle Antworten über ihre ganz persönlichen Erfahrungen als Schwangere, Hebamme und Mutter eines Kindes lest ihr in diesem Artikel.


Anna MABYEN Hebamme, Hebamme
 
Liebe Anna, du bist seit Februar die MABYEN Hebamme. Warum hast du dich für den Beruf als Hebamme entschieden?
 
Ich komme aus einer medizinischen Familie - so war mein Werdegang irgendwie schon immer klar. Ein Studium war für mich nie eine Option, weil ich gerne früh Mutter werden wollte. Meine eigene Mutter hat mich auf die Idee gebracht Hebamme zu werden, weil ich immer schon sehr babyaffin war.
 
Lief die Ausbildung zur Hebamme nach deinen Vorstellungen?
 
Die Ausbildung war sehr, sehr intensiv. Ich habe super viel gelernt, gesehen. Ich musste mich richtig drauf einlassen, so viel lernen. Was ich vor allem lernen musste, ist, dass der Job als Hebamme oft gnadenlos ist. Es gibt Schichtdienst, knallharte Kollegen und leider auch Totgeburten. Als ich mein erstes totes Baby gesehen habe, fing ich an zu zweifeln ob ich den Job emotional schaffen kann. Doch die vielen positiven Momente, wie die ersten Babyschreie, ließen mich stark werden und über solche harten Momente hinwegkommen. Ich wollte da sein für die Eltern, ihnen helfen und zur Seite stehen.
 
Wie hast du dich gefühlt, als du im Job etabliert warst? Was hat am meisten Spaß gemacht?
 
Ich hatte das große Glück, dass ich in jeden Bereich reinschnuppern durfte, sowohl in der Klinik, als auch in der Selbstständigkeit. So konnte ich alle Fassetten des Hebammenalltags miterleben. Ich bin an meinen Aufgaben und Herausforderungen sehr gewachsen und stand fast allen Aufgaben sehr kompetent entgegen.
 
Wie hast du deine eigene Schwangerschaft empfunden als Hebamme? Hattest du eine eigene Hebamme, die dich betreut hat?
 
Meine Schwangerschaft war super easy und mein Wissen hat mir geholfen, mich sehr in diese Lebenssituation rein zu finden. Ich habe dann ein ganz anderes Gefühl für die Mütter bekommen, welche ich betreut habe. In der Schwangerschaft selbst hatte ich keine Hebamme. Ich war mir aber auch so sicher mit der Situation, dass ich nicht das Bedürfnis nach einer hatte. In der Schwangerschaft habe ich mich gar nicht um eine Hebamme zur Geburt bemüht, ich war der festen Überzeugung, dass ich das easy allein schaffe.
 
Wie hast du die Geburt deines eigenen Kindes empfunden?
 
Trotz meiner anfänglichen Sicherheit, kam irgendwann der Knall. Ich war super unsicher, wusste nicht mehr, wo oben und unten ist. Mir kamen alle negativen Geburtsszenarien in den Kopf und ich konnte kaum an positiven Gedanken festhalten. All das, was ich meinen Frauen immer gepredigt habe, war wie vergessen. Ratschläge wie “Sie müssen voll und ganz in der Situation bleiben und Ruhe bewahren”, usw. waren wie ausgelöscht. Da habe ich gemerkt, dass ich mich mental besser drauf vorbereiten hätte müssen. Nach einer langen und stressigen Geburt waren aber alle negativen Gedanken passé und ich konnte von Sekunde eins bedingungslos lieben.
 
Wie ist Muttersein als Hebamme für dich?
 
Durch die Hormone und die eigene Verantwortung zum Kind, habe ich mich gefühlt wie eine blutige Anfängerin. Doch ich hatte großes Glück, da eine Kollegin sich mir angenommen hat und zur “Rettung“ kam. Sie hat mir Sicherheit gegeben und gezeigt, dass ich alles Wissen in mir trage und es nur unter den ganzen Hormonen zum Vorschein kommen muss.
 
Mein Fazit ist, in jeder werden Mutter steckt die Fähigkeit, sich um das eigene Baby zu kümmern und es zu umsorgen. Auch wenn dieses Wissen manchmal erst unter einem Riesenberg Hormone hervorgeholt werde muss. Ich weiß für mich, dass man sich nicht auf den Erfahrungen meines Berufes ausruhen kann. Ein bisschen mehr mentale Vorbereitung hätte mir sehr gutgetan. Doch ganz sicher weiß ich nun: jede Mama weiß am besten was für IHR Baby das Beste ist.

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