LIEBEN HEIßT LOSLASSEN

Babys im Babyspa

 

Fast 10 Monate hast du dich auf dein Baby gefreut. Klar, möchtest du es am liebsten die ganze Zeit bei dir haben. Doch irgendwann kommt die Zeit, in der du lernen solltest, dein Baby zeitweise abzugeben. In diesem Beitrag verraten wir dir, warum liebevolles Loslassen das größte Liebesgeständnis an dein Kind ist, und wie es am besten gelingt.

 

Warum loslassen als Mama und Papa so wichtig ist

Kinder brauchen Wurzeln und Flügel, das heißt eine ausgewogene Balance aus Nähe und Distanz, um zu starken Persönlichkeiten heranzuwachsen. Das sehen die meisten von euch ebenso. Doch ist euer kleiner Erdenbürger endlich da, stellt er nicht nur euer Familienleben auf den Kopf, sondern auch die eine oder andere Überzeugung.

Dabei ist loslassen ist nicht nur ein essentielles Kapitel in der Entwicklung deines Kindes, die zeitweise Trennung von deinem Kleinen hat auch einen ganz praktischen Hintergrund: Mal abgesehen von deinem Job, deiner Aufgabe als Mutter für das Geschwisterchen oder als Partner, auch du als Mama oder Papa hast ein eigenes Leben und eigene Bedürfnisse. Nur wer sich zugesteht, die eigenen Ressourcen von Zeit zu Zeit aufzufüllen, kann auf Dauer für andere, insbesondere die eigenen Kinder, ein gutes Vorbild sein.

 

Familie beim Spazieren

Sei es dein Lieblingssport, der Besuch beim Friseur oder ein Date mit Papa, plane und gönne dir kleine Auszeiten aus dem Babyalltag. Je früher und öfter du damit beginnst, desto leichter wird es für alle. So bist du auch gewappnet, wenn mal ein echter Notfall ansteht und du dein Baby für eine gewisse Zeit abgeben musst.

 

Wie loslassen mit dem eigenen Baby gelingt

Fange an, dein Kleines möglichst früh, spätestens aber mit dem sechsten Monat, auch mal anderen Bezugspersonen zu überlassen. Das kann zuallererst die Omi, Patentante oder beste Freundin sein, später ein vertrauensvoller Babysitter. Vergiss niemals, dass diese Bezugspersonen ebenfalls nur das Beste für dich und dein Baby wollen. Betrachte andere Bezugspersonen nicht als Ersatz für dich, sondern als Bereicherung für dein Kind. Hier kann dein kleiner Liebling neue Erfahrungen sammeln. So lernt dein Kind von klein auf, anderen Menschen zu vertrauen und nimmt sich selbst als eigenständige Persönlichkeit wahr.

 

Loslassen lernen in Babyschritten

Mama liest Baby vor

 

1.) Lade die Bezugsperson zu euch nach Hause ein und lass sie mit deinem Kleinen eine gewisse Zeit verbringen. Wenn dein Baby mit der Bezugsperson einen guten Kontakt hergestellt hat, verlasse das Zimmer.

 

2.) Beginne mit 10 Minuten, in denen du zum Beispiel im Nebenzimmer bist und steigere dich langsam auf eine halbe Stunde, eine Stunde und so weiter. Wenn das klappt, verlasse die Wohnung oder das Haus, indem du nur noch über dein Handy erreichbar bist.

 

2.) Kommuniziere im Vorfeld immer Zuversicht und lege den Fokus nicht auf die Trennung, sondern auf das Wiedersehen: „Mama ist in einer Stunde wieder da, hab Spaß mein Schatz!“ Und ganz wichtig: Du bist keine schlechte Mutter, sondern eine extrem gute Mutter, wenn du übst, dein Kind abzugeben.

 

3.) Versuche, deine freie Zeit zu genießen. Völlig klar, dass das nicht von Anfang an gelingen muss. Auch du musst die Trennung erlernen – vielleicht sogar mehr als dein Baby.

 

Wir wünschen euch und euren Kleinen gutes Gelingen!

 

Maries Tipp
Etwa ab dem dritten Monat kann dein Baby bereits eine Bindung zu dir aufbauen, auch wenn kein körperlicher Kontakt hergestellt ist. Wenn dein Baby beispielsweise weint, kannst du ihm eine verbale Rückkoppelung geben: „Mama ist gleich bei dir!“ Warte dann einen Moment, bis du zu deinem Baby gehst und es auf den Arm nimmst. So lernt dein Kind, dass es sich auf deine Worte verlassen kann, und du baust für spätere Trennungssituationen vor.
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT