STOPPT DEN BABYVERGLEICH

Mama mit Baby

 

Die ersten Krabbelversuche, das erste Wort oder der erste Schritt sind herausragende Momente im Leben einer jeden Familie – keine Frage. Doch diese Meilensteine sollten nicht für Vergleiche mit anderen dienen.

 

Jedes Baby und jeder Mensch ist einzigartig. Die einen lernen früher zu gehen, dafür können andere eher sprechen. Wieder andere lassen sich mit allem etwas Zeit. Na und? Selten wurde im späteren Leben das Alter des ersten Schrittes erfragt. Oder wisst ihr etwa noch, in welchem Monat ihr euch das erste Mal an einem Tisch hochziehen konntet, zum allerersten Mal einen Löffel in der Hand gehalten habt oder alleine Pipi gemacht habt? Eben. Eure Kinder werden noch früh genug groß, erwachsen und mit den Prinzipien unserer Leistungsgesellschaft vertraut. Schenkt ihnen die Zeit, die sie brauchen. Gebt ihnen den Raum, um Baby zu sein.

 

Baby faust im Mund

 

Was das ständige Vergleichen mit euren Babys macht

Wer sein Kind ständig mit anderen Kindern misst, reduziert es auf seine Leistungen. Schlimmer noch, wenn ihr den Fokus ständig auf das ausrichtet, was euer Baby alles Neues, Tolles oder vor allen anderen kann, wird es denken, dass es ohne diese herausragenden Fähigkeiten keine Berechtigung auf Aufmerksamkeit und Liebe hat. Im späteren Leben sind solche Kinder häufig gezwungen, sich ihren Selbstwert immer erst hart erarbeiten zu müssen – während andere „einfach so“ auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen scheinen. Und das stehen sie auch, denn sie sind sich selbst genug. „Glückskinder“ haben nämlich früh erfahren, um ihrer selbst willen geliebt zu werden. Welcher Lebensweg ist wohl erstrebenswerter?

 

Liebt eure Babys grenzenlos und um ihrer selbst willen

Natürlich seid ihr als Eltern stolz, wenn euer Schatz das erste Wort spricht. Und euer Kleines spürt an eurer Reaktion, dass es gerade etwas Großes vollbracht haben. Doch diese grenzenlose Liebe und dieses Wohlwollen solltet ihr ihm auch vermitteln, wenn alles gerade mal nicht so nach Plan verläuft. Das ist natürlich nicht immer einfach, doch so legt ihr den Grundstock für ein tiefes Vertrauen ins Leben, in den Wert von Beziehungen und selbstverständlich auch in den eigenen Selbstwert. Und das ist tausendmal wichtiger als jeder extrem frühe Entwicklungsschritt, möge er motorischer oder kognitiver Art sein.

 

Talente erkennen, Stärken fördern und dennoch cool bleiben

Frühe Merkmale können zweifelsohne ein Anzeichen für spätere Talenten sein. Als Eltern dürft ihr diese selbstverständlich fördern und unterstützen. Trotzdem ist es für euer Baby kein Vorteil – und für andere Eltern häufig einfach nervig, wenn ihr das zum permanenten Thema macht.  Ein bisschen Empathie tut an dieser Stelle nicht schlecht und hilft, gute Kontakte aufrecht zu halten. Davon hat euer Kind längerfristig deutlich mehr.

 

Maries Tipp
Natürlich gibt es Normen und Durchschnittswerte, was Entwicklungsschritte anbelangt. Wenn dein Baby deutlich später krabbelt, spricht oder läuft als alle anderen, kannst du das jederzeit mit deinem Kinderarzt oder deiner Hebamme besprechen. In der Mehrheit der Fälle steckt nichts Gravierendes dahinter. Verabschiede dich besser vom Gedanken der Perfektion, hin zur Einzigartigkeit.
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT