Nahrungsergänzung für Mama, Baby und Kids im Überblick

Kurz und knapp zusammengefasst:

  • Eine ausgewogene Ernährung aus frischen, unbehandelten Lebensmitteln bietet eine gute Grundlage für die Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen.
  • Als Schwangere und Stillende ist dein Bedarf an Folsäure, Jod und weiteren Nährstoffen erhöht.
  • Für Babys gelten gesonderte Empfehlungen, um eine optimale Versorgung mit Vitaminen wie Vitamin K und D3 sowie Fluorid sicherzustellen.
Gut zu wissen

Warum sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig?

Bei einer starken Grippe, bei lang anhaltenden Infektionen oder wenn in deinem Körper in zehn Monaten ein vollständiger Mensch heranwächst, dann kann das deine Reserven für wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineral- und Spurenelemente trotz guter Ernährung erschöpfen.


Stark beanspruchte Böden, Züchtungen für bessere Erträge und eine immer intensiver werdende Landwirtschaft führen außerdem dazu, dass Gemüse, Obst und Getreide einen geringeren Nährstoffgehalt aufweisen als noch vor 50 Jahren (Deutschlandfunk2025). Eine Studie Daviset al. aus den USA hat gezeigt, dass sich der Nährstoffgehalt ausgewählter Getreide- und Gemüsesorten von 1950 bis 1999 um bis zu 30 Prozent reduziert hat.


Das bedeutet: Eine ausgewogene und gesunde Ernährung führt nicht mehr automatisch dazu, dass dein Körper wirklich alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente erhält, die er benötigt. Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind synthetisch hergestellte Vitamine oder Spurenelemente, die bei einem Mangel eingenommen werden können. Deine Hausarztpraxis kann einzelne Werte über Bluttests bestimmen. In Absprache mit dem med. Fachpersonal kannst du passende Auffülldosen festlegen.

In der Schwangerschaft

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit frischen, möglichst kaum oder wenig verarbeiteten Lebensmitteln ist in der Regel die erste Empfehlung, die du als Schwangere für eine optimale Nährstoffversorgung erhalten wirst.

Welche Empfehlungen für NEMs gelten für Schwangere?

Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt Schwangeren ausdrücklich die Einnahme von Folsäure sowie (nach Anamnese) von Jod.
Folsäure: Ein optimaler Vitamin B9 (Folsäure)-Spiegel kann das Risiko von Fehlbildungen des Nervensystems wie Spina bifida (umgangssprachlich „offener Rücken“) während der Schwangerschaft um bis zu 50 Prozent senken (Frauenärzte im Netz, 2024)

Ab Kinderwunsch, spätestens ab Bekanntwerden der Schwangerschaft wird dir deine Gynäkologin oder dein Gynäkologe deshalb raten, Folsäure einzunehmen. Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt 400 µg synthetische Folsäure pro Tag ab Kinderwunsch/ab Bekanntwerden der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Trimesters. Folsäure wird meist als Kombi-Präparat mit weiteren Vitaminen angeboten, kann aber auch einzeln eingenommen werden.


Jod: Eine ausreichende Versorgung mit Jod ist regional und individuell vom Essverhalten abhängig. Gute Quellen für Jod sind unter anderem Jodsalz, Milch und Milchprodukte, Eier sowie Meeresfisch. Trotzdem nehmen gut 30 Prozent der Erwachsenen weniger als die mittlere empfohlene Menge an Jod mit 150 µg/Tag zu sich.


Eine gute Jod-Versorgung ist entscheidend, um die körperliche und geistige Entwicklung eures Babys optimal zu unterstützen. Nach einer Anamnese durch deine Ärztin oder deinen Arzt kann es deshalb sinnvoll sein, auf Empfehlung täglich zwischen 100 bis 150 µg Jod in Form von Tabletten zu supplementieren (Bundesamt für Risikobewertung).

Wichtig: Der Blutverlust während der Geburt oder bei einem Kaiserschnitt kann kurzfristig zu einem niedrigen Eisengehalt im Blut führen. Für eine optimale Heilung und Regeneration kann es nötig sein, dass du Eisen supplementierst. Besprich dich dazu am besten mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen.

In der Stillzeit

Nahrungsergänzungsmittel für Stillende

Eine frische und ausgewogene Kost sollte dich auch in der Stillzeit mit allem versorgen, was du für dich und für euren Liebling brauchst. Bei einigen Vitamin- und Mineralstoffen ist der Bedarf aufgrund individueller Ernährungsgewohnheiten so hoch, dass die Fachgesellschaften aus Gynäkologie und Ernährung eine Supplementierung empfehlen, damit sich keine Mängel während der Stillzeit bilden. Dazu zählen Jod, Omega-3 bei Verzicht auf Fisch und Vitamin B12 für Veganerinnen.

Welche Empfehlungen für NEMs gelten für Stillende?

Jod: In der Stillzeit bleibt der Bedarf an Jod leicht erhöht. Um eine optimale Versorgung von dir und eurem Liebling sicherzustellen, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, auch in der Stillzeit Jod mit 100 µg/Tag zu supplementieren. Eine Überdosierung mit Jod ist ausgeschlossen. Bei bekannten Schilddrüsenerkrankungen besprich dich zunächst mit deiner Fachärztin oder deinem Facharzt, um eine für dich optimale Jod-Menge zu bestimmen.


B-12: Wenn du dich vegan ernährst, kann es theoretisch zu einem oft unbemerkten Vitamin-B12-Mangel kommen. Fachgesellschaften raten deshalb dazu, in der Stillzeit zu einer vegetarischen Ernährungsweise zu wechseln oder entsprechend geeignete Supplemente mit Vitamin B12 einzunehmen, um einen möglichen Mangel auszugleichen (Handlungsempfehlungen der Fachgesellschaften, 2024).


Omega-3-Fettsäuren (DHA): In der Stillzeit liegt der Bedarf an DHA bei circa 200 mg/Tag. Um ihn ausreichend zu decken, wird zu regelmäßigem Verzehr von Fisch geraten. In der Regel sind zwei fischreiche Mahlzeiten pro Woche ausreichend. Die zunehmende Belastung von Meeresfisch mit Schadstoffen führt aber oft dazu, dass sich Stillende gegen Fisch entscheiden. Dann kann es sinnvoll sein, DHA in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu supplementieren (DGE 2015).

Stark von Anfang an

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder

Die gängigen Fachgesellschaften für Pädiatrie und für Ernährung empfehlen grundsätzlich die Einnahme von Vitamin K direkt nach der Geburt, D3 für die ersten 18 Monaten sowie Fluorid als Schutz vor Karies.


Vitamin K: Bei den Vorsorgeuntersuchungen U1, U2 und U3 erhalten Neugeborene entsprechend den aktuellen Empfehlungen eine Vitamin-K-Gabe von jeweils 2 mg, um die Versorgung mit diesem Vitamin sicherzustellen.


D3: Das Hormon D3 wird eigentlich im Körper selbst gebildet, wenn die Haut mit ausreichend Sonnenlicht in Berührung kommt. Gestillte Babys erhalten zusätzliches D3 über die Muttermilch, in Muttermilchersatzprodukten ist D3 in der Regel ebenfalls zugesetzt. Zusätzlich lautet die Empfehlung, dass Babys bis zum zweiten Frühsommer nach der Geburt 400 bis 500 IE (10-12,5 µg/Tag) erhalten. D3 kann als Schmelztablette oder als Tropfen verabreicht werden.
Tipp: Vor allem im Winter ist die körpereigene Bildung von D3 in Mitteleuropa eingeschränkt. Deshalb wird auch für Erwachsene eine Supplementierung im Herbst und im Winter empfohlen. Du kannst deinen D3-Spiegel bei deiner Hausarztpraxis bestimmen lassen, um bei einem Mangel rechtzeitig eine passende Supplementierung in angemessener Dosierung zu starten.


Fluorid: Fluorid ist Teil einer gesunden Kariesprophylaxe. Für Babys vor dem Zahndurchbruch empfehlen die Fachgesellschaften die Kombination aus D3 und Fluorid mit 400-500 IE D3 und 0,25mg Fluorid.
Sind die ersten Zähnchen erst einmal da, könnt ihr auch mit einer kleinen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta putzen (Handlungsempfehlungen der Fachgesellschaften, 2024). Baut das am besten von Anfang an in eure Routinen am Morgen und am Abend mit ein, sodass Zähneputzen ganz klar zum Tagesablauf gehört.

Deine alltägliche Begleitung

Routinen und Rituale für die Einnahme

3 Tipps, damit die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht im Alltag untergeht:

  1. Erinnerungen zu einer festen Uhrzeit einstellen (Wecker, Timer)
  2. Nahrungsergänzungsmittel immer zu einer bestimmten Mahlzeit nehmen (Frühstück, Abendessen)
  3. Medikamentenbox mit Wocheneinteilung (Nachverfolgung der eingenommenen Tabletten/Einheiten)
Unser Fazit für dich

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere, Stillende und Kinder

Es gibt klare Empfehlungen für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln durch die DGE, durch die Fachgesellschaften für Geburtsheilkunde sowie vom Netzwerk Gesund ins Leben. Sie beinhalten die Einnahme von Folsäure, Jod und B12 für Schwangere oder Stillende sowie Vitamin K, Fluorid und D3 für Säuglinge und Kleinkinder.
Damit euer Liebling mit allem bestens versorgt ist, könnt ihr neben den Empfehlungen der Fachgesellschaften mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt besprechen, welche NEMs für euch sinnvoll sein könnten.